die Auslösecharakteristik gibt an, in welchem Nennstrombereichen der Leitungsschutzschalter magnetisch auslöst, d. h. einen Kurzschluss erkennt. Diese Einteilung erlaubt es den Leitungsschutzschalter auf den zu erwartenden Einsatzbereich des Stromkreises zu optimieren.
Stell dir mal einen Schreiner mit einer großen Kreissäge vor, die bei jedem (oder jedem x-ten) Einschalten den Leitungsschutzschalter, mit einer Standard „B“-Charakteristik, durch den hohen Einschaltstrom auslöst. Der benötigt einen Leitungsschutzschalter mit einer C- oder D-Charakteristik.
Die thermische Auslösung (wegen Überlastung), ist bei den üblichen Auslösecharakteristiken gleich.
Schau dir mal die folgende Auslösekennlinien an. Was uns hier interessiert sind die hellgrauen Bereiche die mit B, C und D versehen sind und die die häufigsten Auslösecharakteristiken sind.
Nehmen wir als Beispiel die Auslösecharakteristik „B“. Im Diagramm gibt es zwei hellblaue Rechtecke mit I4 und I5. Die liegen im Bereich „B“ bei 3 und 5, das heißt beim 3-fachen bzw. 5-fachen des Nennstroms.
I4 ist der sogenannte Haltestrom. Bis zu diesem Wert darf der elektromagnetische Auslöser des Leitungsschutzschalters nicht auslösen.
I5 ist der Auslösestrom. Sobald der Strom diesen Wert erreicht muss der elektromagnetische Auslöser innerhalb 10 Millisekunden auslösen.
Beispiel: Leitungsschutzschalter B-16A
Der Haltestrom wäre bei diesem LSS 48 Ampere (3 x 16A) und der Auslösestrom 80A (5 x 16 A).
Ab einem Strom von 80 Ampere muss der LSS innerhalb von 10 Millisekunden auslösen.
Bei einem Strom zwischen 48 und 80 Ampere kann der elektromagnetische Auslöser ansprechen, aber es kann auch der thermische Auslöser ansprechen. Bei der angegeben Kennlinie wäre ein Auslösen zwischen 10 Millisekunden und maximal 6 Sekunden erlaubt.
Unterhalb des Haltestroms von 48 Ampere (aber überhalb des Nennstroms) darf der elektromagnetische Auslöser nicht ansprechen, sondern der thermische Auslöser (und damit verzögert).
Leitungsschutzschalter mit der Auslösecharakteristik „B“ werden normalerweise in Wohnhausinstallationen (Licht- und Steckdosenstromkreisen) benutzt.
Bei den Auslösecharakteristiken „C“ und „D“ sind diese Kurzschlussströme höher, damit Lasten mit hohen Einschaltströmen nicht bei jedem Einschalten den Leitungsschutzschalter auslösen.
Deshalb werden LSS mit der Auslösecharakteristik „C“ für Motorstromkreise (Kreissägen und kleinere Pumpen), Klimaanlagen und größeren Lampengruppen eingesetzt.
Und die Auslösecharakteristik „D“ wird für starke induktive Lasten wie Schweißtrafos Transformatoren, Elektromagnete oder kapazitiven Lasten wie große Kondensatoren eingesetzt.
| Auslösecharakteristik | Haltestrom (AC) | Auslösestrom (AC) |
| B | 3 x Nennstrom | 5 x Nennstrom |
| C | 5 x Nennstrom | 10 x Nennstrom |
| D | 10 x Nennstrom | 20 x Nennstrom |
